Preistreiber auf dem Land

Utting, 24.07.2026 (lifePR) – Nach einer Marktuntersuchung des Verbraucherportals biallo.de aus dem Mai 2026 verlangt beispielsweise die VR-Bank Landsberg-Ammersee 15,389, die Volksbank Nordharz aus Niedersachsen 14,935 und die Raiffeisenbank Fränkische Schweiz 14,48 Prozent. Hier wie bei den nachfolgenden Häusern mit extrem hohen Zinsen fällt auf: Fast immer handelt es sich dabei um eher kleinere Geldhäuser in Orten ohne unmittelbare Konkurrenz einer Sparkasse oder einer überregionalen Bank. Wie die nachfolgende Übersicht zeigt, sind nicht nur deren Dispozinsen vergleichsweise sehr hoch, sondern auch die Überziehungszinsen. Also das Entgelt, das man zusätzlich an die Geldhäuser zahlt, wenn die eingeräumte Kreditlinie von zwei oder drei Netto-Monatsgehälter überzogen wird. Die Volksbank Alfeld schlägt auf die teuren 14,445 satte 5,0 Prozent für die Überziehung auf dann 19,445 Prozent auf.

Dass es diesen zusätzlichen Zins überhaupt noch gibt, ist ein Anachronismus. Vor gut zehn Jahren haben einige Direktbanken wie ING, DKB und Consorsbank diesen Zins ganz abgeschafft. Seitdem folgen immer mehr regionale Banken und Sparkassen diesem Schritt. Aktuell sind es 500 von gut 1.000 Geldhäuser, die auf diese zusätzliche Einnahmequelle verzichten.

Die Freiburger Volksbank betont sogar: “Einen gesonderten Überziehungszins oder eine Überziehungsprovision erheben wir nicht. Eine Differenzierung zwischen Dispositionszins und einem zusätzlichen Entgelt für darüberhinausgehende Überziehungen besteht daher nicht. Unabhängig davon weisen wir darauf hin, dass pauschale Überziehungsentgelte oder Mindestgebühren für geduldete Überziehungen bei Privatkunden nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unzulässig sind. Der BGH hat mit Urteilen vom 25. Oktober 2016 (Az. XI ZR 9/15 und XI ZR 387/15) entschieden, dass Kosten für Überziehungen ausschließlich über einen laufzeit- und betragsabhängigen Zinssatz erhoben werden dürfen.”

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