Bietigheim-Bissingen, 02.09.2026 (PresseBox) – Das Wertverhältnis von Gold zu Silber schwankt stark, bewegt sich aber immer wieder auf ein Gleichgewicht von knapp 60 zu 1 zu. Zu diesem Ergebnis kommt ein am 21. Juli 2026 veröffentlichter Marktbericht, den die Beratungsgesellschaft Precious Metals Insights im Auftrag des Branchenverbands Silver Institute erstellt hat. Untersucht wurde der Zeitraum von Januar 1970 bis Mai 2026, ergänzt um einen Rückblick über mehr als 3.000 Jahre Preisgeschichte beider Metalle. Wie Privatanleger dieses Verhältnis für sich einordnen, zeigt die Diskussion über Silber in Inflationszeiten in einem Anlegerforum.
Wie der Bericht die Gold-Silber-Ratio einordnet
Die Untersuchung widerspricht der Annahme, die Gold-Silber-Ratio bewege sich zufällig. Laut dem Bericht handelt es sich um eine Größe mit Rückkehr zum Mittelwert, die trotz der Geldentwertung von fünf Jahrzehnten an ihre Mittelachse gebunden bleibt. Formale Bimetallstandards, die den Wechselkurs beider Metalle einst festschrieben, endeten bis 1971.
Für die Praxis heißt das: Ein hoher Wert zeigt, dass Silber im Verhältnis zu Gold günstig bewertet ist, ein niedriger das Gegenteil. Der Bericht führt zudem an, dass die Preise beider Metalle in den vergangenen zwei Jahrzehnten enger zusammenlaufen, seit die Märkte stärker von Finanzanlagen geprägt sind.
Welche Zahlen der Silbermarkt für 2025 ausweist
Metals Focus legte am 15. April 2026 die Jahresbilanz des Silbermarkts vor. Nach Angaben der Analysten stieg der Durchschnittspreis 2025 um 42 Prozent, im Januar 2026 folgte ein Höchststand von über 121 US-Dollar je Unze.
Die Bilanz nennt für 2025 folgende Werte:
- Gesamtnachfrage: 1,13 Milliarden Unzen, ein Rückgang um 2 Prozent.
- Industrielle Nachfrage: 657,4 Millionen Unzen, ein Rückgang um 3 Prozent.
- Minenproduktion: 846,6 Millionen Unzen, ein Anstieg um 3 Prozent.
- Recycling: 197,6 Millionen Unzen und damit der höchste Stand seit zwölf Jahren.
- Käufe von Barren und Münzen: ein Zuwachs um 14 Prozent.
Warum Zentralbankkäufe das Verhältnis nach oben ziehen
Der Marktbericht vom Juli 2026 führt den zuletzt erhöhten Wert vor allem auf die Goldkäufe der Zentralbanken zurück. Zentralbanken kaufen Gold als Währungsreserve, Silber dagegen nicht. Eine Nachfragequelle wirkt damit nur auf einer Seite des Verhältnisses, und das hebt den Wert über das langfristige Gleichgewicht.
„Ein Verhältnis von zwei Preisen erklärt nicht, warum ein Preis steigt. Es zeigt nur, welches der beiden Metalle gerade die stärkere Nachfragegeschichte hinter sich hat“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Nachfrage nach Schmuck ging 2025 laut der Jahresbilanz weltweit um 8 Prozent zurück, während private Käufe von Barren und Münzen zulegten. Beide Bewegungen betreffen dasselbe Metall und laufen dennoch in verschiedene Richtungen.
Woher das geförderte Silber im Jahr 2025 stammte
Silber fällt zu einem großen Teil als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Metalle an, etwa von Blei, Zink und Kupfer. Der Angebotsseite fehlt damit ein Regler: Steigt der Silberpreis, folgt die Förderung nur begrenzt, weil sie an der Wirtschaftlichkeit anderer Metalle hängt. Welche Staaten die Förderung prägen, behandelt ein Forumsbeitrag über die führenden Förderländer im Detail.
Der Silbermarkt verzeichnete 2025 das fünfte Defizitjahr in Folge, wenn auch mit geringerem Fehlbetrag als 2024. Ein Defizit bedeutet hier, dass die Nachfrage die Summe aus Minenproduktion und Recycling übersteigt und die Lücke aus vorhandenen Beständen gedeckt wird.