Herrsching, 20.07.2026 (PresseBox) – Finanzielles Wohlbefinden wird zum neuen Maßstab erfolgreicher Bankberatung
Lange Zeit wurde finanzieller Erfolg vor allem an Einkommen, Vermögen oder Renditen gemessen. Heute rückt zunehmend eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie sicher fühlen sich Menschen im Umgang mit ihren Finanzen? Die aktuelle Studie „Finanzielles Wohlbefinden“ der IU Internationalen Hochschule macht deutlich, dass finanzielle Stabilität nicht allein von objektiven Vermögenswerten abhängt. Ebenso entscheidend sind das persönliche Sicherheitsgefühl, die Fähigkeit, finanzielle Entscheidungen souverän treffen zu können, und das Vertrauen in die eigene Zukunft.
Mit einem durchschnittlichen Wert von lediglich 53 von 100 möglichen Punkten erreicht das finanzielle Wohlbefinden in Deutschland nur ein mittleres Niveau. Gleichzeitig sorgen sich mehr als die Hälfte der Menschen um die wirtschaftliche Entwicklung, knapp jeder Zweite hat Angst vor Altersarmut und nur gut ein Drittel fühlt sich finanziell wirklich sicher. Diese Zahlen sollten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufmerksam verfolgen. Denn sie zeigen vor allem eines: Der Beratungsbedarf wächst.
Finanzielle Sicherheit entsteht nicht durch Produkte allein
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass finanzielle Sicherheit weit mehr umfasst als die Auswahl eines passenden Finanzprodukts. Menschen wünschen sich Orientierung, Transparenz und einen kompetenten Partner, der ihre individuelle Lebenssituation versteht. Genau hierin liegt die zentrale Stärke hochwertiger persönlicher Beratung.
In den Banken- und Beratungstests der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zeigt sich seit Jahren, dass die Unterschiede zwischen den Instituten heute immer seltener bei den Produkten liegen. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der Beratung: Werden persönliche Ziele verstanden? Werden Risiken verständlich erklärt? Entsteht ein individueller Finanzplan? Gibt es nachvollziehbare Empfehlungen und eine strukturierte Nachbetreuung? Finanzielles Wohlbefinden entsteht dort, wo Kundinnen und Kunden das Gefühl haben, ihre finanzielle Zukunft aktiv gestalten zu können. Dieses Vertrauen wird nicht durch einen ETF, einen Kredit oder eine Versicherung geschaffen, sondern durch gute Beratung.
Altersvorsorge entwickelt sich zum wichtigsten Beratungsfeld der kommenden Jahre
Besonders deutlich wird dies beim Thema Altersvorsorge. Fast jeder zweite Befragte sorgt sich laut IU-Studie darum, im Alter finanziell nicht ausreichend abgesichert zu sein. Gleichzeitig gehört finanzielle Unabhängigkeit zu den wichtigsten persönlichen Lebenszielen der Menschen in Deutschland. Diese Entwicklung bestätigt zahlreiche weitere Studien der vergangenen Monate und deckt sich mit den Ergebnissen unserer eigenen Untersuchungen.
Genau deshalb richtet die Gesellschaft für Qualitätsprüfung ihren Banken-Test „BESTE BANK vor Ort 2027“ noch stärker auf dieses Zukunftsthema aus. Der Bereich Altersvorsorge erhält innerhalb des Digital-Checks sowie der persönlichen Beratung eine deutlich höhere Bedeutung. Denn gute Altersvorsorge beginnt nicht erst mit einer konkreten Produktempfehlung. Sie beginnt damit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären, Versorgungslücken sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden langfristige Strategien zu entwickeln.
Finanzbildung wird zum Schlüssel für finanzielles Wohlbefinden
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der IU-Studie betrifft das eigene Finanzwissen. Nicht einmal jeder zweite Befragte ist überzeugt, die eigenen Finanzen aufgrund seines Wissens gut im Griff zu haben.
Hier zeigt sich eine der größten Chancen für Banken. Wer Finanzbildung vermittelt, stärkt gleichzeitig das finanzielle Wohlbefinden seiner Kundinnen und Kunden. Denn Wissen schafft Selbstvertrauen. Menschen treffen bessere Entscheidungen, wenn sie Zusammenhänge verstehen und ihre Optionen nachvollziehen können. Genau aus diesem Grund entwickelt die Gesellschaft für Qualitätsprüfung derzeit den Financial Education Measurement Index (FEMI). Ziel ist es erstmals, die Qualität der Finanzbildung deutscher Banken systematisch zu messen und vergleichbar zu machen. Finanzbildung wird damit nicht länger als ergänzender Service betrachtet, sondern als eigenständiger Wettbewerbsfaktor.
Gerade die junge Generation erwartet Orientierung statt Produktverkauf
Besonders interessant sind die Ergebnisse der IU für die Generation Z. Finanzielle Unabhängigkeit besitzt für junge Menschen einen noch höheren Stellenwert als für ältere Generationen. Gleichzeitig beeinflussen soziale Medien ihre finanziellen Entscheidungen deutlich stärker. Auch unsere NextGen-Studie mit über 1.000 jungen Erwachsenen bestätigt dieses Bild.
Junge Kundinnen und Kunden wünschen sich keine klassische Produktberatung. Sie erwarten verständliche Erklärungen, digitale Unterstützung und gleichzeitig persönliche Ansprechpartner, wenn finanzielle Entscheidungen komplex werden. Deshalb gewinnen neue Formate wie unsere Studien „NextGen Banken“ oder auch „NextGen Finanzbildung“ zunehmend an Bedeutung.
Beratung wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil
Die aktuelle IU-Studie zeigt eindrucksvoll, dass finanzielles Wohlbefinden ein gesellschaftliches Zukunftsthema ist. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Banken eine wesentlich größere Rolle übernehmen können als die reine Bereitstellung von Finanzprodukten. Institute, die finanzielle Bildung fördern, Orientierung bieten, Altersvorsorge verständlich erklären und ihre Kundinnen und Kunden langfristig begleiten, leisten einen wichtigen Beitrag zum finanziellen Wohlbefinden der Bevölkerung. Damit verändert sich auch der Maßstab erfolgreicher Beratung. Nicht die Anzahl verkaufter Produkte entscheidet über Qualität, sondern die Fähigkeit, Menschen zu befähigen, selbstbestimmte und nachhaltige Finanzentscheidungen zu treffen.
Für die Gesellschaft für Qualitätsprüfung bestätigt die Studie damit die strategische Ausrichtung der aktuellen Testreihen. Beratungsqualität, Finanzbildung, digitale Kompetenz und eine konsequente Ausrichtung auf die Lebensrealität der Menschen werden künftig noch stärker darüber entscheiden, welche Institute als echte Qualitätsführer wahrgenommen werden. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wird dies zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil; für Banken ebenso wie für ihre Kundinnen und Kunden.
Quelle:
IU Internationalen Hochschule: „Finanzielles Wohlbefinden – Stimmungslage in Deutschland“ (repräsentative Studie mit 2.000 Befragten, Juni 2025), abrufbar unter: https://www.iu.de/forschung/studien/finanzielles-wohlbefinden/