Miltenberg, 02.09.2026 (lifePR) – Der FMM-Fonds wurde 1987 als erster Vermögensverwalter-Fonds in Deutschland aufgelegt. Es wird sowohl in Unternehmen, die dem Value-Ansatz zuzuordnen sind, als auch in aussichtsreiche Wachstumsunter-nehmen investiert. Grundsätzlich müssen alle Unternehmen den strengen Analysekriterien der FMM-Methode standhalten.
FondsSuperMarkt: Der FMM-Fonds besteht seit fast 40 Jahren. Welche Grundprinzipien haben sich seit der Auflage 1987 bewährt, und was mussten Sie an das heutige Marktumfeld anpassen?
Richardt Schmidt: Das wichtigste Prinzip ist unverändert: Wir investieren unabhängig von starren Indexvorgaben und steuern das Portfolio aktiv über unterschiedliche Marktphasen hinweg. Dabei verbinden wir eine langfristige Perspektive mit der Bereitschaft, antizyklisch zu handeln. Vermögenserhalt und ein angemessenes Verhältnis von Chance und Risiko stehen für uns vor kurzfristiger Ranglistenoptimierung.
Bewährt hat sich vor allem die FMM-Methode. Fundamentale Faktoren geben uns die strategische Richtung vor, monetäre Faktoren zeigen, wie viel Liquidität den Märkten zur Verfügung steht, und die Markttechnik hilft uns, Stimmungsextreme sowie mögliche Wendepunkte zu erkennen. Ergänzt wird diese Top-down-Sicht durch die intensive Bottom-up-Analyse einzelner Unternehmen.
Der langfristige Erfolg dieses Ansatzes lässt sich auch an der Wertentwicklung ablesen: Seit seiner Auflegung im Jahr 1987 hat der FMM-Fonds über einen Zeitraum 39 Jahren im Durchschnitt knapp 8 % pro Jahr erzielt.* Diese Kombination aus außergewöhnlich langer Historie, Kontinuität im Fondsmanagement und flexibler, vermögensverwaltender Steuerung verleiht dem Fonds eine besondere Stellung in der deutschen Fondslandschaft. Dabei ist uns wichtig: Historische Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Anpassen mussten wir nicht die Grundidee, sondern ihre Umsetzung. Kapitalmärkte reagieren heute schneller, Informationszyklen sind kürzer und passive sowie systematische Strategien können Bewegungen verstärken. Hinzu kommen geopolitische Fragmentierung, veränderte Lieferketten und eine wieder größere Bedeutung von Inflation und Zinsen. Deshalb überwachen wir mehr Daten in kürzeren Abständen, arbeiten stärker mit Szenarien und achten noch konsequenter auf Liquidität, Positionsgrößen und Korrelationen. Die Methode bleibt – das Instrumentarium entwickelt sich weiter.
FondsSuperMarkt: Die FMM-Methode verbindet die fundamentale, monetäre und markttechnische Analyse. Können Sie anhand einer konkreten Anlageentscheidung zeigen, wie diese drei Bausteine im Fondsmanagement zusammenspielen?
Richardt Schmidt: Ein anschauliches Beispiel ist unsere stärkere Ausrichtung auf europäische Aktien mit hohem Binnenmarktanteil im ersten Halbjahr 2025. Fundamental sprachen die angekündigten fiskalischen Impulse in Europa und die Aussicht auf eine robustere Binnennachfrage für ausgewählte europäische Unternehmen. Gleichzeitig erhöhte die unsichere US-Zollpolitik die Attraktivität von Geschäftsmodellen, die weniger vom globalen Warenhandel abhängig sind.
Aus monetärer Sicht war entscheidend, ob die Finanzierungsbedingungen und die verfügbare Liquidität eine breitere Erholung in Europa unterstützen konnten. Wir betrachten dabei nicht nur Leitzinsen, sondern unter anderem Kreditentwicklung, Zinsstruktur, Geldmengen und die Wirkung fiskalischer Maßnahmen.
Markttechnisch war der Pessimismus gegenüber Europa bereits stark ausgeprägt. Schwache Positionierung und niedrige Erwartungen können ein gutes antizyklisches Chance-Risiko-Verhältnis schaffen, wenn sich die fundamentalen und monetären Signale gleichzeitig verbessern. Erst das Zusammenspiel der drei Ebenen führte zur Allokationsentscheidung. Anschließend wählten wir über unser Unternehmensresearch Titel mit soliden Bilanzen, belastbaren Cashflows und nachvollziehbaren Ergebnisperspektiven aus.
FondsSuperMarkt: Welche Indikatoren im aktuellen Marktumfeld beobachten Sie derzeit besonders genau?
Richardt Schmidt: Derzeit beobachten wir vor allem vier Themenkomplexe. Erstens die Inflationsdynamik: Dazu gehören Energiepreise, Löhne, Dienstleistungsinflation und Inflationserwartungen. Zweitens die Reaktion der Notenbanken und die Zinsstrukturkurven, weil sie sowohl die Konjunktur als auch die Bewertung von Aktien und Anleihen beeinflussen.
Drittens achten wir auf die globale Liquidität: Geldmengen, Kreditimpulse, Bankkonditionen, fiskalische Programme und Kapitalströme. Viertens verfolgen wir geopolitische Risiken und ihre Übertragung auf Ölpreise, Lieferketten, Margen und Investitionsentscheidungen.
Auf Unternehmensebene sind Gewinnrevisionen, Auftragseingänge, Preissetzungsmacht, freie Cashflows und Verschuldung zentral. Markttechnisch beobachten wir Marktbreite, Positionierung, Volatilität, Sentiment und die Frage, ob Kursanstiege von vielen Titeln getragen werden oder nur von wenigen großen Unternehmen. Kein einzelner Indikator entscheidet; relevant ist das Gesamtbild und insbesondere, wo sich Signale gegenseitig bestätigen oder widersprechen.
Unter welchen Marktbedingungen erhöhen oder reduzieren Sie die Aktienquote deutlich?
Richardt Schmidt: Wir erhöhen die Aktienquote, wenn sich das Chance-Risiko-Verhältnis über mehrere Ebenen verbessert: attraktive oder zumindest vertretbare Bewertungen, stabilere Gewinnperspektiven, unterstützende Liquidität und eine Markttechnik, die übermäßigen Pessimismus oder eine beginnende Verbesserung der Marktbreite signalisiert. Gerade in Stressphasen kann das bedeuten, gegen die vorherrschende Stimmung zu investieren – allerdings schrittweise und mit klaren Risikolimits.
Wir reduzieren die Quote, wenn Bewertungen und Erwartungen sehr hoch sind, während Liquidität oder Gewinnentwicklung nachlassen. Warnsignale sind beispielsweise restriktivere Finanzierungsbedingungen, fallende Gewinnschätzungen, eine sehr enge Marktführung, euphorische Positionierung oder Risiken, die im Kursniveau nicht angemessen berücksichtigt erscheinen.
Dabei arbeiten wir nicht mit einem mechanischen Ein-Aus-Signal. Wir verändern Quoten in Stufen, prüfen unsere Annahmen laufend und berücksichtigen auch die Qualität und Liquidität der vorhandenen Positionen. Flexibilität heißt für uns nicht Aktionismus, sondern die Möglichkeit, bei veränderten Rahmenbedingungen konsequent zu reagieren.
FondsSuperMarkt: Anhand welcher Kriterien wählen Sie die Value- und Wachstumstitel für das Portfolio aus?
Richardt Schmidt: Wir verstehen Value und Wachstum nicht als starre Gegensätze. Entscheidend ist, welchen Preis wir für Qualität und künftige Ertragskraft bezahlen. Bei Value-Titeln suchen wir nicht einfach niedrige Bewertungskennzahlen, sondern einen plausiblen Auslöser für eine Neubewertung. Das können eine verbesserte Kapitalallokation, strukturell höhere Margen, ein Schuldenabbau oder ein zyklischer Wendepunkt sein. Eine niedrige Bewertung ohne Verbesserungsperspektive kann eine Value-Falle sein.
Bei Wachstumstiteln achten wir auf einen großen adressierbaren Markt, nachhaltige Wettbewerbsvorteile, hohe oder steigende Kapitalrenditen und die Fähigkeit, Wachstum in freien Cashflow zu übersetzen. Wachstum muss finanzierbar und die Bewertung durch realistische Annahmen begründbar sein.
Für beide Gruppen gelten gemeinsame Mindestanforderungen: Bilanzqualität, Managementgüte, nachvollziehbare Governance, Preissetzungsmacht, Liquidität der Aktie und ein klar verstandenes Risikoprofil. ESG-Faktoren fließen in die Analyse ein, wenn sie für Geschäftsmodell, Kapitalkosten oder Reputation wesentlich sind. Am Ende zählt nicht das Etikett, sondern die erwartete Rendite im Verhältnis zum eingegangenen Risiko.
FondsSuperMarkt: Welche Entscheidungen oder Faktoren waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Treiber der Wertentwicklung des Fonds in den vergangenen Jahren?
Richardt Schmidt: Über mehrere Jahre war nicht eine einzelne Position ausschlaggebend, sondern die Kombination aus flexibler Allokation und Titelauswahl. In den verschiedenen Regimen – Pandemie, Inflationsschub, Zinswende und geopolitische Spannungen – war es wichtig, die jeweils dominanten Treiber früh zu erkennen und die Portfoliostruktur anzupassen.
Unterstützend wirkten unter anderem die antizyklische Nutzung ausgeprägter Marktverwerfungen, die bewusste Steuerung von Zins- und Bewertungsrisiken sowie die Auswahl von Unternehmen mit soliden Bilanzen und Preissetzungsmacht. 2025 half die stärkere Ausrichtung auf ausgewählte europäische Binnenmarktwerte. Im Jahr 2026 richteten wir das Portfolio angesichts der Spannungen im Nahen Osten stärker auf weniger energieintensive Bereiche aus und ergänzten Energie- und Versorgerwerte, als sich die Risikolage zuspitzte.
Wichtig ist uns eine ehrliche Einordnung: Nicht jede Entscheidung funktioniert sofort, und frühere Wertentwicklungen erlauben keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Zukunft. Unser Anspruch ist deshalb nicht, jeden kurzfristigen Trend vollständig mitzunehmen, sondern das Portfolio über den gesamten Zyklus robust aufzustellen.
FondsSuperMarkt: Die vergangenen Jahre waren von Pandemie, Inflation, stark steigenden Zinsen und geopolitischen Krisen geprägt. Welche Lehren haben Sie daraus für Ihr Fondsmanagement gezogen?
Richardt Schmidt: Die erste Lehre ist Demut gegenüber Prognosen. Seltene Ereignisse treten häufiger auf, als es viele Modelle unterstellen. Statt auf einen einzigen Basispfad zu setzen, arbeiten wir mit Szenarien und fragen: Welche Annahme könnte falsch sein, und wie würde sich das auf das Portfolio auswirken?
Zweitens ist Liquidität ein eigener Risikofaktor. In ruhigen Märkten wirkt sie selbstverständlich; in Stressphasen kann sie schnell knapp werden. Deshalb achten wir auf handelbare Positionen, angemessene Größen und ausreichende Handlungsspielräume.
Drittens hat die Rückkehr der Inflation gezeigt, dass historische Korrelationen nicht stabil sind. Aktien und Anleihen können gleichzeitig unter Druck geraten. Diversifikation muss deshalb über echte Risikotreiber gedacht werden – einschließlich Währungen, Rohstoffen und unterschiedlichen Geschäftsmodellen.
Viertens sind Bilanzqualität, Preissetzungsmacht und belastbare Lieferketten wichtiger geworden. Und schließlich: Schnelligkeit ist wertvoll, aber nur in Verbindung mit Disziplin. Wir wollen auf neue Fakten reagieren, ohne gleich jedem Nachrichtenimpuls hinterherzulaufen.
FondsSuperMarkt: Wenn wir in fünf Jahren erneut über den FMM-Fonds sprechen: Was wird sich an Ihrer Anlagestrategie bis dahin ganz sicher nicht verändert haben?
Richardt Schmidt: Unverändert bleiben wird unser Anspruch, das Geld unserer Anlegerinnen und Anleger mit derselben Sorgfalt zu verwalten wie unser eigenes. Dazu gehören langfristiges Denken, Unabhängigkeit von Moden und Benchmarks sowie die Bereitschaft, Verantwortung für aktive Entscheidungen zu übernehmen.
Ebenso unverändert bleibt die FMM-Methode als Kompass: Fundamental, monetär und markttechnisch analysieren wir das große Bild und verbinden es mit gründlichem Unternehmensresearch. Wir werden weiterhin flexibel zwischen Aktien, Anleihen, Liquidität und gegebenenfalls Edelmetallen steuern, wenn sich das Chance-Risiko-Verhältnis verändert.
Natürlich werden Datenquellen, Technologien und Analysewerkzeuge besser werden – auch künstliche Intelligenz wird Researchprozesse unterstützen. Sie ersetzt aber weder Urteilskraft noch Erfahrung, Unternehmensgespräche oder Risikodisziplin. Die Werkzeuge ändern sich. Der Kern bleibt: verstehen, abwägen, antizyklisch handeln und Risiken bewusst steuern.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Schmidt.
Fondsdetails: FMM-Fonds P (EUR)
ISIN DE0008478116
WKN 847811
Fondskategorie Aktienfonds All Cap, Welt
Ausgabeaufschlag 4,76 % (FondsSuperMarkt-Rabatt 100%)
Ertragsverwendung Thesaurierend
Laufende Kosten (ohne Transaktionskosten) 1,61 % (19.08.2026)
Performance Fee –
Performance (seit Auflage) 1.824,37 % / 7,87 % durchschnittlich pro Jahr (19.08.2026)
Auflegung 17.08.1987
Fondsvolumen 1,00 Mrd. EUR (31.07.2026)
Risikoklasse (SRI) 3 von 7
Über die DJE Kapital AG
Die DJE Kapital AG gehört zur DJE-Gruppe, ist seit über 50 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv und steht mit ihrem hauseigenen Research für eine wertorientierte, risikobewusste Anlagepolitik. DJE ist ein familiengeführtes Unternehmen aus Pullach bei München und verwaltet mit ca. 200 Mitarbeitern rund 17,3 Milliarden Euro (per 31.03.2026) für private und institutionelle Kunden sowie in Publikumsfonds. Es gehört damit zu den führenden bankenunabhängigen Finanzdienstleistern im deutschsprachigen Europa. Den Grundstein dafür hat Dr. Jens Ehrhardt bereits 1974 gelegt. DJE folgt bei der Wertpapierauswahl Nachhaltigkeitskriterien und gehört zu den Unterzeichnern der „Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren“ der Vereinten Nationen.
* Quelle: DJE Kapital AG. Stand: 31.07.2026. Die Wertentwicklung beruhen auf eigenen wurde nach der BVI-Methode berechnet und veranschaulicht die Entwicklung in der Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Die Bruttowertentwicklung (BVI-Methode) berücksichtigt alle auf Fondsebene anfallenden laufenden Kosten (Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten), die Nettowertentwicklung zusätzlich die Einstiegskosten (Ausgabeaufschlag). Weitere Kosten können auf Kundenebene individuell anfallen (z.B. Depotgebühren, Provisionen und andere Entgelte).